BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ortsverband Gelnhausen

Grüne prüfen Gelnhausens Klimaschutz-Praxis

Anfragen: Von der Schwammstadt bis zum Sportplatz

26.07.26 –

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen fordert vom Magistrat der Stadt Gelnhausen eine umfassende Aufklärung darüber, wie die Stadt tatsächlich auf die Herausforderungen des Klimawandels reagiert. Mit zwei detaillierten parlamentarischen Anfragen beleuchten die Grünen das gesamte Spektrum der kommunalen Anpassung: von der strategischen Entwicklung Gelnhausens zur sogenannten „Schwammstadt“ bis hin zur nachhaltigen Gestaltung städtischer Sportanlagen.

Im Zentrum der großen Strategie steht das Konzept der Schwammstadt. Ziel ist es, die Stadt so umzugestalten, dass Regenwasser nicht einfach in die Kanalisation geleitet, sondern lokal gespeichert und verdunstet wird, um Hitzeinseln zu reduzieren und Hochwasserschäden vorzubeugen. Die Grünen fragen hierzu konkret nach dem Stand der Entsiegelung öffentlicher Flächen, der Umsetzung von Baumrigolen sowie der Gestaltung klimaresilienter Schulhöfe und Kita-Außenanlagen.

Fraktionsvorsitzende Annika Streit betont die Dringlichkeit einer konsequenten Umsetzung: „Wir dürfen uns nicht auf Konzepte in der Schublade verlassen. Starkregenereignisse und extreme Hitzeperioden sind keine Zukunftsszenarien mehr, sondern Realität in Hessen. Wir erleben es in diesem Sommer haunah! Gelnhausen braucht jetzt eine mutige und transparente Strategie zur Klimaanpassung, die über reine Absichtserklärungen hinausgeht und messbare Ergebnisse liefert – von der Entsiegelung unserer Plätze bis hin zu einem resilienten Stadtgrün.“

Parallel zur großen Stadtplanung richten die Grünen den Blick auf ein konkretes Detail im städtischen Raum: die geplanten Investitionen in Kunstrasenplätze. Den Grünen ist bewusst, dass Sport ein wichtiger Baustein für die Gesundheit aller Bürger:innen ist und der Vereinssport insbesondere Kindern einen essenziellen sozialen Raum bietet. Um diese Angebote langfristig zu sichern, fordern die Grünen jedoch eine sorgfältige Prüfung der verwendeten Materialien.

Angesichts der geplanten Investitionssummen ist es aus Sicht der Fraktion wichtig, dass heute zukunftssichere Lösungen gewählt werden, die auch extremen Wetterbedingungen standhalten. Ein aktuelles Warnsignal liefert das Beispiel aus dem Nachbarort Wächtersbach: Dort schmolz im Juni der Kunststoffbelag eines Sportplatzes aufgrund extremer Hitze, was den Platz unbespielbar machte und Sanierungskosten von ca. 40.000 Euro verursachte. Die Grünen fordern daher eine detaillierte Prüfung von Alternativen wie Hybridrasen oder verstärktem Naturrasen sowie eine vollständige Lebenszyklusbetrachtung der Kosten, um solche Risiken in Gelnhausen zu vermeiden.

Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Lukas Happe erklärt: „Wir sind nicht gegen Kunstrasenplätze, aber wir wollen sicherstellen, dass die Stadt nicht in veraltete Technologien investiert, die bei steigenden Temperaturen instabil werden oder ökologische Risiken wie Mikroplastik bergen. Klimaschutz bedeutet für uns auch, im Detail zu prüfen, ob Nachhaltigkeitskriterien wie PFAS-Freiheit und Recyclingfähigkeit eine Rolle spielen. Nur so stellen wir sicher, dass unsere Sportanlagen nicht nur heute funktional sind, sondern auch in zehn Jahren noch.“

Mit diesen Anfragen verfolgen die Grünen das Ziel, Gelnhausen zukunftsfest zu machen. Ob bei der großen städtebaulichen Transformation oder bei der Wahl des richtigen Bodenbelags: Die Fraktion fordert eine Politik, die ökologische Vernunft und ökonomische Effizienz vereint, um die Lebensqualität für alle Bürger:innen langfristig zu sichern.

Im Sinne der politischen Transparenz sind beide Anfragen unter diesem Artikel veröffentlicht.

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