22.08.26 –
Der Ortsbeirat Hailer hat das Vorhaben eines Investors, eine Photovoltaik-Anlage (PV) auf Freiflächen im Bereich „Am Sonnenberg“ zu errichten, abgelehnt. In diesem Zusammenhang regte Bürgermeister Christian Litzinger (CDU) an, dass durch die Verabschiedung einer Resolution in der Stadtverordnetenversammlung generell alle unversiegelten Flächen im gesamten Stadtgebiet von sogenannten Freiflächen-PV-Anlagen freigehalten werden sollen.
Lukas Happe, Sprecher des Ortsverbandes der Grünen, warnt vor einer zu engen Sichtweise: „Es ist absolut erstrebenswert, PV-Anlagen primär auf versiegelten Flächen zu realisieren. Doch um das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen, müssen wir auch das Potenzial von Freiflächen-PV nutzen. Diese Möglichkeit für Gelnhausen grundsätzlich auszuschließen, lehnen wir entschieden ab.“ Happe verweist auf die geringen Auswirkungen auf den Boden: „Bei Freiflächen-PV wird lediglich etwa 1 % der Fläche versiegelt. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich dort sogar die Artenvielfalt erhöhen, wie es auch das Positionspapier des NABU von 2022 für naturverträgliche Solarparks vorgibt.“
Darüberhinaus fordert Bernd Wietzorek, Stadtverordneter der Grünen, eine gesamtstrategische Ausrichtung der Stadt: „Wir erwarten von der Stadt einen klaren Plan, wie Gelnhausen bis 2045 klimaneutral wird. Das wird nur gelingen, wenn die Energiewende entschlossen vorangetrieben und die Förderung erneuerbarer Energien auf städtischem Gebiet aktiv unterstützt wird. Je weniger zusätzliche Fläche dabei versiegelt wird, desto besser.“
Die Grünen betonen, dass sie bereits konkrete Alternativen auf den Weg gebracht haben. So haben sie mit einem Antrag für eine größere PV-Anlage am Freibad, der einstimmig in der Stadtverordnetenversammlung am 12.08.2026 beschlossen wurde, erreicht, dass mit vorhandener versiegelter Infrastruktur sinnvoll und nachhaltig saubere Energie gewonnen und Schatten gespendet werden kann. "Der gemeinsame Antrag mit den Bürgern für Gelnhausen sieht nicht nur die Errichtung von Solarcarports mit der eventuellen Möglichkeit von Ladestationen auf dem Parkplatz des Freibades vor, sondern auch eine Prüfung des gesamten Stadtgebietes, um weitere geeignete Standorte zu lokalisieren. Bevor diese Prüfung nicht abgeschlossen ist, kann noch gar nicht beurteilt werden, ob Gelnhausen auf die Errichtung von naturnahen Solarparks verzichten kann", erklärt Annika Streit, Fraktionsvorsitzende der Grünen.
Aus diesen Gründen dürfe die Stadt nicht blind gegenüber naturnahen Solarparks sein. „Statt eines grundsätzlichen Verbots fordern wir eine sachliche Diskussion über die Rahmenbedingungen für Freiflächen-PV-Anlagen, um die Energiewende lokal gestaltbar zu machen“, schließt Happe.
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